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7. Tag

Das erste Mal Aqua-Jogging. Die Badepylone hat mich wieder eingewiesen, indem er mir den Auftriebsgürtel umgeschnallt hat und mir erklärt hat was ich machen muss: Im Wasser laufen. Aha.

Ich kam mir schon vor wie beim Babyschwimmen. 20 Minuten im Kreis, ohne Musik, ohne Ansage, ohne alles. Sowas von langweilig. Ich muss mal von meiner perfektionistischen Ader runter. Also, ich bin ja auch bekannt dafür, dass ich das alles zu negativ sehe. Aber ehrlich gesagt, so richtig Positives kann ich daran nicht finden. Das Ganze kann man sicher anregender und interessanter gestalten. Das ist wie in der Schule, es gibt solche und solche Lehrer. Und nur bei denen der Unterricht interessant und abwechslungsreich gestaltet wird, lernt man was.

Übrigens werde ich hier als „Verdeckter Ermittler“ im Aquajogging ausgebildet, siehe Beipackzettel! -> VE_Aquajogging

 Im Anschluss Grupppentherapie. Die artete heute etwas aus, um ein persönliches Problem zu besprechen. 5 andere haben faktisch nur dagesessen und zugehört oder Tips und Hinweise aus dem menschlichen Leben gegeben. Das eigene Problem rückt dabei natürlich sehr in den Hintergrund. Der Vorteil der Gruppentherapien für die Klinik ist auf jeden Fall, dass Personal gespart wird. Der Vorteil des Kunden ist, dass er Handlungsanleitungen anderer an die Hand bekommt, wie er es auf jeden Fall nicht handhaben sollte, wenn er denn in diese Lage kommen würde. Der Nachteil bei nur 6 Sitzungen ist: Wenn du Pech hast, wird dein Problem gar nicht behandelt!

In der Lage der "Mitinsassin", wie sie heute behandelt wurde, war ich jedenfalls noch nie!



Achtung Essen!:Papp-Press-Schnitzel mit Gurkengemüse und wahrscheinlich Champignonsoße. Es ist alles dazu gesagt!
Als Nachtisch Erdbeerquark aus dem Becher.

Ergometer- und Krafttraining war wie immer, außer dass ich mal ein Gerät kennenlernen wollte: Das Posturomed!
Alter Falter. Das hat was mit Gleichgewichtsgefühl zu tun. Beide Beine hintereinander und erstmal ruhig stehenbleiben ist schon schwer genug und dann kommt noch ein Ball dazu. Den Ball nach oben werfen oder von rechts nach links oder irgendwelchen Vorbeigehenden zuwerfen und die mit einbeziehen. Das macht dann richtig Spaß! 
Aber es ist sauanstrengend und sehr effektiv!








 
Am Nachmittag haben die Wolkenschieber wieder ganze Arbeit geleistet. Ich dachte, ich hätte das Deluxe-Paket gebucht und da wär Sonne mit enthalten. Pustekuchen, Nebel! Kenne ich ja schon. Also weg damit...







Aah, meine Tochter hat mich gerade darauf gebracht. Nebelheißt rückwärts Leben. Das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl, den die Therapeuten hier eingebaut haben. Die sind schon gut! ;-)




6. Tag

So, heute gibt’s mal keine Bilder! Oh, wie schade, werden einige denken. Na gut, Sachbilder!
Inzwischen habe ich meine Weckzeit schon um ein Viertelstunde nach hinten geschoben. Denn duschen brauche ich wohl morgens nicht mehr. Gefühlt hat man mich hier als Fisch oder Seepferdchen eingestuft. Jeden Tag 2 bis 3 mal ins Wasser. Wir sind ja auch an der Ostsee.

Also begann der Tag heute mit Rückenschwimmen. Im Vital Centrum also
aufgetaucht, so heißt das Haus, wo die meisten Anwendungen stattfinden. Dort nach Einlass, überall finden ja Kontrollen statt, deine Nummer wird abgeglichen, beim „Bademeister“ gemeldet.
Wann der das letzte mal Sport gemacht hat, wollte ich ihn nicht fragen, so unhöflich bin ich dann doch nicht. Der hätte sicher geantwortet: „Ich spiele doch Leistungsdart mit Spiegel“.
Die Begrüßung fiel so freudig bei ihm aus, sodass ich überlegt habe, woher ich den kenne. So als wenn ich schon das dritte Mal Rückenschwimmen unter seiner fachkundigen Leitung absolviert habe. Was passiert? „Gehen sie schon mal da hinten ins Wasser und tauchen unter der 1. Leine unterdurch. Da können se dann Rückenschwimmen. Muss nicht mit Arme sein kann auch nur Beine sein! 20 Minuten.“


Aha, dachte ich mir, weißt ja wie es geht, also rein ins Wasser, auf meine zugewiesene Bahn und los geht’s. Rückenkraul. Kann ich ja irgendwie. Gefühlt hat die Badepylone mich nicht einmal angeguckt. War dem ja auch egal, der hat noch mit 30 Anderen zu kämpfen. Also gab es weder Anleitung, noch Einweisung, noch Verbesserung oder sonstwas. Ist ja auch kein Wettkampftraining. So kann man halt Leute beschäftigen.

Ab und zu hat irgendeiner der anderen Lemminge, die unter eher schlechter Anleitung im Wasser rumgehüpft sind, meine Bahn gekreuzt. Einer hat ein wenig Pech gehabt. Hab ja hinten keine Augen!
Nach dem Planschen habe ich mich wohlgefühlt!

Endlich durfte ich zur Anmeldediagnostik. Was? Ja, am Computer irgendwelche Fragen beantworten. Zu Anfang gleich der Klopper. Frage zum Ausbildungsstand. Da habe ich gefühlt 10 Minuten vorgesessen und überlegt, was ich da ankreuze. Für mich war nix dabei. Wahrscheinlich kommen die so gut wie gar nicht hierher, obwohl an meinem Tisch 2 davon sitzen. Ich habe „Sonstiges“ angekreuzt. Da stand noch was in Klammern dahinter, was aber auch nicht zutraf.
Den Rest der Fragen hätte für mich gesehen ein Psychologe oder Therapeut stellen MÜSSEN. Also so eine Art von Abfertigung hier geht gar nicht. Ich bin gespannt, ob ich wenigstens irgendwas davon als Rücklauf zu spüren bekomme...

Medizinisches Bad mit Mellissa wie immer.


Vor dem Essen hatte ich noch ein wenig Zeit und bin ne Stunde an der Ostsee langspaziert. Da klettert doch tatsächlich einer bei diesen gefühlten -10 Grad zum Kite-Surfen ins Wasser. Neopren schützt ja alles, aber das Gesicht. Ist ja Karneval, deswegen rote Nase heute.

Apropos Karneval, hier ist nix, die haben sich an die Braunschweiger Empfehlung gehalten und alles abgesagt.



Achtung, es gibt Essen. Irgendwer hat für mich am Wochenende einen roten Punkt auf die 2 gesetzt, ohne dass ich überhaupt weiß, was die 2 heute ist. Am Wochenende kann man nirgendwo den Speiseplan nachträglich einsehen. Da es egal ist, ob 1, 2 oder 3, war es mir auch egal.

Letztlich war es egal. Ich hatte unfreiwillig Hähnchenbrust ausgewählt. Das war so ein großer weißer, ziemlich harter Fleischklotz, den man nicht mal an Hand von Gewürzen definieren konnte. Dazu Reis und eigentlich Bratensoße. Bratensoße zu Hähnchenbrust. Ich glaube die Köche haben erst kürzlich vom Industrieanlagenmechaniker umgeschult. Nichts gegen die Mechaniker, soll nur verdeutlichen, dass hier kein Handwerk vorhanden ist.

Als einfallsreichen Nachtisch gab es einen Apfel. Ich habe 2 genommen!

Heute nachmittag halbe Stunde Ergometertraining und halbe Stunde Krafttraining. Ich hab ne Stunde Kraft gemacht. Brauch ja noch welche und hatte ja noch Zeit. Ich war immer noch zur Einweisung eingeplant, letztlich hatte ich ja schon eine, also habe ich die Einweisung wieder abgelehnt. Ich hätte mich also 3 mal einweisen lassen können. Mit Zwangsjacke natürlich ;-)
Nach dem Mittag hatte ich einen neuen Wasserkocher bestellt, da meiner von Anfang an genässt hat. Fa. Unold hat da ganze Arbeit geleistet. Ein Wasserkocher mit Edelstahlmantel, aber durchbohrt für Griffschrauben. Und an diesen Stellen nässt das halt irgendwann durch. Geniale Ingenieurskunst!

Jetzt habe ich einen neuen. Der heißt Petra. Petra passt nicht auf Ewald. Ewald ist das Untergestell. Die beiden müssen eine passige Verbindung eingehen, damit der Hebel hochgeschoben werden kann und der Inhalt von Petra heiß wird. Da Petra nicht auf Ewald passt, gibt es kein heißes Wasser.

Also wieder reklamieren und warten. Ich bin gespannt.

Ich mache mich fertig zum Walken. Dass ich irgendwann tatsächlich mit Stöcken durch die Gegend renne ohne dass ich was unter den Füßen habe.... Auch hier bin ich gespannt.

Bei der Einweisung habe ich die ALFA-Methode kennengelernt. ALFA heißt doch, so schnell wie möglich rosten, was hat das mit Walken zu tun. Auch noch Hausaufgaben machen und auswendig lernen. Also aufrecht gehen, langen Arm, flacher Stock und angepasste Schrittlänge. Drei von uns Vieren wurden für die schnelle Umsetzung gelobt. So schwer war es ja nu nich. Die Vierte hatte doch arge Probleme, nicht mit der Umsetzung, die war perfekt, jedoch hat sie Hüftprobleme und kann nur ca. 0,3 km/h schlürfen. Warum jetzt gerade zu diesem Zeitpunkt Walken, ich weiß nicht.

Unser Therapeut ist schon ein lustiger Vogel, der meinte gleich: „Wenn du so weiter in die Sauna walkst, sag ich Nacktschnecke zu dir“. Haha. War nicht böse gemeint, hat auch jeder so verstanden!

Da mich das so gefordert hat, das 10-Minuten-Indoortraining (obwohl ich sagen muss, die Einweisung war sehr gut, nur ab 6 Beaufort geht draussen beim Walken nix mehr ;-() bin ich anschließend noch laufen.

Nach dem Laufen komme ich aufs Zimmer und siehe da, ein neuer Wasserkocher der Marke Bomann. Der funktioniert und nach dem Abendessen ist hier Schluss...

5. Tag (Sonntag)

Endlich ausgeschlafen, bis halb Acht!
Frühstück am anderen Tisch eingenommen. Das mit den 2 Essensgruppen nervt schon irgendwie, gerade am Wochenende, weil man immer irgendwie vertrieben wird oder sich am anderen Tisch einbetteln muss, und das gerade erst nach dem Aufstehen. Na ja, werde ich überleben.
Anschließend hatte ich mir vorgenommen, die Gegend rund um Eckernförde zu erkunden. Das ist geglückt. Arschkalt war das, wegen Ostwind
.
Die Gegend hier ist schon nicht schlecht, teilweise mit Steilküste versehen. Da könnte man gleich einen Köpper in die Ostsee machen. 
Wenn das ganze nicht im Februar wäre, hätten die natürlichen Farben auch eine Chance. So passen sie sich dem Mittagessen hier in der Klinik an.
Ein Blick von Kleinwaabs noch auf die heute tosende Ostsee.
Der Hafen von Eckernförde ist ja für mich als einfacher Hobbyfotograf ein Eldorado. Also gibts hier noch ein paar Aufnahmen von Eckernförde und "umzu".
Unterwegs habe ich noch Leidende gefunden, die nach der brasilianischen Verteidigung eine Achterbahnfahrt hinter sich haben (Bayern-HSV 8:0) 




Überall in Eckernförde taucht die Ecke auf. Von 01 bis 124 alles vertreten. Hat das was mit Fußball zu tun? Ach und die Möwen sind ja allgegenwärting. Was auch sonst? Alpendohlen?

Der Hafen an sich hat schon ein gewisses Flair. Selbst am Sonntag herrscht eine Betriebsamkeit. Die Fischer haben ja immer zu tun, denn sie fischen die Fische von Fischer Fritze...



...und zerlegen sie sofort in pfannengerechte Stücke, 6 Schollen mit Kopp in Tüte 10 €.
Hab mir ne Tüte voll mitgenommen. 3 Stück für ein schmackhaftes Mittagessen morgen und 3 für die Sauna, damit es dort nicht so voll wird ;-)


Ach, das sind so meine Lieblingsbilder! Wer mich kennt, kennt die zur Genüge...
...und den Leuchtturm auch!





Schiefe Häuser gibts hier auch, aber auch schöne, wie die am Rathausmarkt oder am Hafen in der Langebrückstraße der Siemsen-Speicher, einem ehemaligen Baumarkt






"Alte Liebe rostet nicht" sagt man. Aber die Bilder...
Und überall finde ich was von Hannover 96. Hat doch was!



Sepia ist hier Programm. Aber was ist Sepia II?


Jetzt nochmal schnell beim U-Boot-Geschwader vorbeigeguckt und auf ein privates Gelände gescchlichen, wo Hunderte von Schiffen abgestellt sind.
Beim Rumschleichen entdeckt man dann so einiges, auch wieder Herzchen! Guckst du...




Zurück auf dem Großparkplatz in Damp mußte ich dann feststellen, wie die Grundschüler dort das Alphabet lernen. Die gehen einfach die Schilder auf dem Großparkplatz ab.
Ach und das Häuschen hat doch was Idyllisches. Da möchte man am Kamin sitzen, anstatt wie jetzt wieder in der 13.







Das Wochenende neigt sich dem Ende entgegen. So langweilig war es jetzt nicht. Man kann ja immer was aus dem Tag machen.
Das nächste Wochenende wird sicher noch spannender und aufregender...